Die Straße der Romanik am und im Harz

Auf dem Weg durch das Kernland des frühen deutschen Königtums begegnet Ihnen, in 65 Städten und Dörfern, die bis zu tausendjährige Geschichte auf der Straße und Romanik. Der Begriff „Romanik“ entstand erst im 19. Jahrhundert in Anlehnung an die altrömische Baukunst, da in der Epoche der Romanik (11. bis Anfang 13. Jahrhundert) einzelne Motive abgewandelt Verwendung fanden. Hierzu zählen beispielsweise Säulen und Rundbögen. Die Romanik ist der erste umfassende und klar ausgeprägte Stil, welcher in Wohn- und Wehrbauten sowie zahlreichen Kirchen erhalten blieb. Der Ausgangspunkt für Maßverhältnisse ist das Quadrat: Die Kirchen sind meist doppeltürmige Basiliken. Besonders charakteristisch sind Rundbogen als Fenster- und Portalabschluss sowie Langhausarkaden, Würfel- und Kelchblockkapitelle für Säulen und Pfeiler. In der Frühromanik sind die Decken sogenannte Flachdecken und in der Spätromanik Kreuzgratgewölbe. Der bauplastische Schmuck der Gebäude ist in der Regel blockhaft und streng stilisiert.

Welterbestadt Quedlinburg

Stiftskirche St. Servatii
Der romanische Bau wurde 1129 in Anwesenheit des Königs und diverser Bischöfe geweiht, nachdem die 1021 fertiggestellte Stiftskirche im Jahr 1070 einem Großbrand zum Opfer fiel. Das 1129 fertiggestellte Bauwerk können Sie noch heute fast unverändert bewundern. Die Quedlinburger Stiftskirche St. Servatii gehört zu den wichtigsten deutschen Kirchengebäuden in romanischer Bauweise. Das Hauptportal ist eines der ältesten deutschen Säulenportale. In der Schatzkammer der Stiftskirche St. Servatii befindet sich der über 1000 Jahre alte Domschatz. In der Krypta unter dem Chor ist die Grabstätte des ersten deutschen Königspaares Heinrich I. und seiner Ehefrau Mathilde. Heutzutage befinden sich lediglich die Gebeine von Mathilde in der Grabstätte, die Gebeine Heinrich I. sind nicht mehr dort, wo er auf seinen ausdrücklichen Wunsch begraben werden wollte - in Quedlinburg!
Seit 1994 stehen die Gebäude auf der Weltkulturerbeliste der UNESCO.

Kirche St. Wiperti
St. Wiperti wurde vermutlich Mitte des 9. Jahrhunderts gegründet. Zu dieser Zeit erfolgte der Bau einer einfachen kleinen Kirche. Nach 919 wurde das Gelände zum Königshof ausgebaut und in den folgenden Jahrzehnten hielten sich dort häufig die deutschen Könige auf. In diesen Zeitraum fällt auch der Bau einer dreischiffigen kreuzförmigen Basilika am Standort des ersten Gotteshauses. Die Krypta wurde um die Jahrtausendwende eingebaut und das Meisterwerk romanischer Baukunst blieb bis heute erhalten.
Die Kirche St. Wiperti steht ebenfalls seit 1994 auf der Weltkulturerbeliste der UNESCO.

Gernrode

Stift Gernrode
Markgraf Gero gründete ungefähr im Jahr 959 das Damenstift St. Cyriakus. Die erste urkundliche Erwähnung fand das Stift im Jahre 961 in einem Schriftstück von Kaiser Otto I. In dieser Zeit begann ebenfalls der Bau der romanischen Stiftskirche, welche bis heute fast unverändert erhalten blieb. In der Zeit um 963 brachte Markgraf Gero Reliquien des Heiligen Cyriakus aus Rom nach Gernrode und übereignete diese dem Stift. Im 11. Jahrhundert wurde im südlichen Seitenschiff nachträglich das Heilige Grab eingebaut, welches sich am Original in Jerusalem orientiert. Die Grabdarstellung ist die älteste erhaltene Kopie des Grabes Christi und besteht aus einer Vorkammer und einer Hauptkammer.

Ballenstedt

Schloss Ballenstedt
Auf einem nördlichen Ausläufer der Harzberge thront das Schloss über die einstige Residenzstadt der Fürsten von Anhalt-Bernburg. Im Jahr 1043 wurde an der Stelle ein Kollegiatstift eingerichtet, welches Albrecht der Bär 80 Jahre später in ein Benediktinerkloster umwandelte. Im Jahr 1170 wurde u.a. die mächtige romanische Klosterkirche St. Pancratius und Abundus erbaut. Im Bauernkrieg wurde das Kloster aufgegeben. In der Zeit vom 16. bis 18. Jahrhundert dienten die Gebäude als Sommerresidenz der Fürsten von Anhalt-Bernburg und im frühen 18. Jahrhundert erfolgte der Ausbau zur Schlossanlage im barocken Stil. Gebäudeteile aus romanischer Zeit wurden in den Neubau integriert. Dazu gehört der massive Turm der ehemaligen Klosterkirche. Die 1748 errichtete Schlosskirche ruht ebenfalls auf mittelalterlichen Fundamenten, weshalb das Schloss eine bedeutende Station auf der Straße der Romanik darstellt. Das Grab von Albrecht dem Bären befindet sich bis heute in der Turmkapelle des Schlosses.


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